Helikoptereltern sind toll

media-news-for-parents.com eltern stefanie moersDer Lehrer Stephan Borchers hat mal wieder ein Buch geschrieben. Nach "33 Schüler, mit denen Eltern und Lehrer rechnen müssen", ist nun das natürliche Folgebuch "33 Eltern, mit denen Lehrer und Schüler rechnen müssen" erschienen. Beim überfliegen der verschiedenen Elterntypen musste ich lächeln.

Ob Helikopter-, Wattebausch- oder Turboeltern, Noten-Feilscher, Workaholics, Faulheitsverteidiger oder Social-Media-Isten, in fast allen Eltern-Typen habe ich mich ein kleines bisschen wiedergefunden.

Ein „#mamiproud“-Posting habe ich zwar noch nie gemacht, aber eine Aufführung der Tochter mit dem Handy augenommen, um sie später den nicht anwesenden Großeltern zu zeigen schon.

Eine Note angezweifelt? Na klar! Nicht immer sind die Hieroglyphen der Lehrer klar zu verstehen und nicht immer scheint das Punktesystem mit demjenigen der vorherigen Arbeiten zusammenzupassen.

Die Tochter zu Kursen angemeldet, auf die sie keine Lust hatte? Natürlich. Ohne erzwungene Trampolin-, Gitarren- und Reitkurse hätten wir unsere introvertierte und zu Übergewicht neigende Tochter sonst nie aus dem Haus gekriegt.

Von ihrer Hochintelligenz übewältigt? Logisch! Was kleine Menschen alles leisten, wie rasant sie lernen, wie schlau sie die Welt um sich herum beobachten und bewerten, das ist begeisternd. Da darf man schon mal in höchsten Tönen von schwärmen.

Sie verhätschelt und für sie ihre Hausaufgaben gemacht? Aber sicher. Wenn wir wieder mal ein Wochenende unterwegs waren und der überbordende Lehrplan nicht zu schaffen war, haben wir schon mal nachgeholfen. Was unser Kind dabei lernt? Dass man das Leben nicht immer allzu ernst nehmen muss.

Elternabende wegen zuviel Arbeit verpasst? Auf jeden Fall. Jeden Elternabend kann man einfach nicht mitmachen. Das überlebt man nicht.

Das eigene Kind nicht bestraft, obwohl die Lehrerin um eine Strafmaßnahme für ein schulisches Fehlverhalten gebeten hatte? Durchaus. Nicht immer stimmt der pädagogische Bedarf mit dem Wertekanon der eigenen Familie überein.

Die Tochter nicht mit zum Elterngespräch genommen, obwohl ihre Anwesenheit gefordert worden war? Aber ja. Wer vor lauter Angst vor diesem Termin Bauchschmerzen bekommt, den kann man als Eltern schon mal schützen. Auf diese Weise konnten wir auch ein sehr offenes Gespräch mit den Lehrern führen, ohne dass irgendjemand vor dem Kind bloßgestellt wurde.

Nein, im Sinne der Lehrer sind wir sicher keine perfekten Eltern, im Sinne unserer Familie schon. Wir wägen ab, hinterfragen oder lassen eben auch mal laufen, wenn wir etwas nicht ganz so wichtig finden.

Lehrer haben keinen einfachen Job und sind oft auf die Kooperation mit den Eltern angewiesen. Als ehemalige Elternvorsitzende und Ehefrau eines Betreuers im Offenen Ganztag weiß ich das. Aber Eltern sind nicht nur Erfüllungsgehilfen des Bildungssystems, sondern manchmal eben auch seine Kritiker. Deshalb können wir nicht alles mitmachen, was Lehrer gerne hätten. Aber mit Offenheit, Gelassenheit und einer guten Portion Humor kommen beide Seiten ganz gut miteinander klar.

Und dann gibt es da ja auch noch die 33 Lehrer-Typen, auf die sich Eltern auch noch einstellen müssen…

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