Verursachen Medien Stress?

Beitrag zur Blogparade "Wie baust du Stress ab?"

media-news-for-parents.com medienstressIch bin gerade im Netz auf Melanies Blogparade "Wie baust du Stress ab?" gestoßen. Bis 7.  November läuft die Parade noch, falls sich noch jemand beteiligen will. Es gibt inzwischen sehr viele Blogparaden - man könnte täglich an einer teilnehmen - weil Blogger Paraden gerne nutzen, um ihre Bekanntheit und Reichweite zu erhöhen.

Ich bin allerdings wählerisch und überlege genau, ob ich das Thema einer Blogparade mit meinem Blogthema „Medienkompetenz“ in Einklang bringen kann. In diesem Fall konnte ich die Frage sehr schnell mit „ja“ beantworten.

Arbeit ohne Stress

Stress gibt es in meinem realen Leben eher selten. Als Angestellte arbeite ich vollzeit, habe daneben meine freiberufliche Tätigkeit sowie Familie und Freunde. Das alles bekomme ich sehr gut unter einen Hut, weil mir die Summe dieser Dinge Freude bereitet und sich alles wunderbar ergänzt.

Stress wird bei mir eher durch die kleinen Dinge des Alltags ausgelöst. Wenn sich Menschen in meinem Umfeld über Kleinigkeiten aufregen, wenn ich unter Zeitdruck gerate, weil ich zu lange im Netz gesurft habe oder wenn meine Sonnenbrille nicht aufzufinden ist. Ich bin ein Ordnungsfreak und wenn die Dinge nicht an ihrem Platz sind, werde ich rasend. Aber am ehesten fühle ich mit gestresst, wenn ich in sozialen Netzwerken Bot- und Troll-Kommentare lese.

Hater gehen auf die Nerven

Für die Kommunikation im Netz gibt es zwei Strategien. Hater ignorieren oder mit sachlicher Gegenrede reagieren, damit Lügen nicht unwidersprochen im Netz stehen bleiben. Ich bin seit 2009 intensiv in sozialen Medien unterwegs. Früher habe ich sehr viel argumentiert und versucht, Meinungen zu drehen. Inzwischen strengt mich das sehr an, weil das Negative, Kritische und Unsachliche so weit verbreitet scheinen.

Wenn ich heute spüre, dass mich Kommentare wütend machen, schließe ich die jeweilige Anwendung. „Merkel hat unsere Demokratie verraten.“ Twitter aus. „Die Fotze von den Grünen hat doch vom Landleben keine Ahnung.“ Facebook zu.

Drei Regeln gegen Stress im Netz

Es muss Teil einer aufgeklärten Medienkompetenz sein, zu wissen, dass die Mehrheit der Bevölkerung durchschnittliche, normale Bürger sind wie du und ich, die ein anständiges und ruhiges Leben führen. Wer im Internet wütend argumentiert oder digital schreit, mag allen Grund dazu haben, enttäuscht über etwas zu sein. Aber ich lasse nicht mehr zu, dass dies zu meinem persönlichen Problem wird. Daher habe ich für mich drei Regeln definiert:

  1. Wer mich wütend macht, wird ignoriert.
  2. Ich schreibe im Netz für die vielen freundlichen Menschen. Auch die, die mitlesen, aber nicht selbst agieren.
  3. Ich äußere mich nur, wenn ich NEUE und GESICHERTE FAKTEN zu einer Diskussion beitragen kann.

Auf diesem Wege hoffe ich zu einem informativen und toleranten Internet beizutragen.

Distress und Eustress

Positiver Stress oder auch Eustress ist für mich eine Erfindung von Marketingleuten. Stress ist negativ. Punkt. Alles andere ist ein gutes Leben. Das kann auch mit viel Arbeit einhergehen. Da ist das Wort „Stress“ fehl am Platz.

Stress muss daher auch nicht „verarbeitet“ werden. Er muss abgestellt werden durch wichtige und erwachsene Lebensentscheidungen. Dafür sind Selbstbewusstsein und Disziplin wichtig. Rituale aus dem Yoga oder andere Übungen, um Alltagsstress abzubauen, können gute Wegbegleiter sein, um in geistiger Ruhe den richtigen Weg zu finden, um den Stress final aufzulösen.

Stress oder mangelnde Toleranz?

Nicht immer ist auf das eigene Gefühl Verlass. Ich kenne Frauen, die haben vor lauter Stress mit dem Partner die Scheidung eingereicht, nur um anschließend festzustellen, dass das Leben als alleinerziehende Mutter zehnmal so stressig ist, wie das einer genervten Ehefrau.

Eine konstante Überforderung im Job hat bei mir vor Jahren einmal zu akuten Stresssymptomen geführt. Nach zwei Jahren der Überforderung kündigte ich und startete noch einmal völlig neu. Nie zuvor war ich so glücklich über meinen Mut und meine Entscheidungsstärke. Wie aussichtlos eine Situation auch scheinen mag, einen Ausweg gibt es immer.

Gesundheit geht vor

Wenn euch etwas auf Dauer Stress verursacht, dann hadert nicht mit dem Schicksal, sondern erforscht die Stressursache gründlich und stellt sie dann ab. Denn wie sagte schon Goethe, weise wie üblich:

Der Achse wird mancher Stoß versetzt,
sie rührt sich nicht – und bricht zuletzt.

Ich muss heute zum Glück nur noch Twitter oder Facebook abstellen.

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